Ausstellungseröffnung: Sarban Chowdhury und Julia Schuster

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Am Donnerstag, den 24. September, um 18 Uhr lädt das Keramikkünstlerhaus herzlich zur Eröffnung der Ausstellung der Stipendiat:innen Sarban Chowdhury aus Indien und Julia Schuster aus Österreich/Schweden ein. Im Rahmen des internationalen °Ceramic Artist Exchange – Tandem Programms haben die beiden Künstler:innen sechs Wochen lang intensiv an neuen Arbeiten gearbeitet. Die dabei entstandenen Werke werden nun erstmals in einer Ausstellung präsentiert. Zum Auftakt gibt es eine kurze Einführung, die anschließend in ein Künstlergespräch mit Sarban Chowdhury und Julia Schuster übergeht. Danach sind alle herzlich zu Gesprächen und Getränken an unserer Pop-Up Bar im Garten eingeladen.

Die Ausstellung ist von Freitag, den 25. September, bis Montag, den 28. September, jeweils von 14–17 Uhr geöffnet.

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Julia Schuster: Arbeitsprozess

Julia Schuster (Wien) ist eine bildende Künstlerin, die im ländlichen Schweden lebt und arbeitet. Sie hat einen MA in Keramik (Royal College of Art, London) sowie einen BA in Design (Freie Universität Bozen-Bolzano, Italien). Ihre künstlerische Praxis verbindet Installationen aus Ton und Keramik mit Fotografie, Video und Text. Das Lernen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten ist zentral für ihre Arbeit. Sie hat Residenzen und Forschungsreisen in Dänemark, Indien, Nepal, Großbritannien, Südkorea, Paris und Mexiko unternommen.

In Neumünster nahm Schusters Arbeit ihren Ausgangspunkt in dem Bedürfnis, kreisende Bewegungen mit den Händen auszuführen und dabei wiederholt kreisförmige Linien zu ziehen und nachzuzeichnen. Die daraus entstandenen Skulpturen sind haptische Reflexionen über Überfluss und Leere, Fülle und Nichts. Durch Wiederholung und Variation erforschen die Installation und die intime Performance „Mormor“ (schwedisch für „Muttermutter“) Themen wie Verbundenheit und Trennung, Grenzen und Öffnungen, Unabhängigkeit und Sehnsucht. „Mormor“ ist eine Meditation, in der Gesten des Schutzes und des Gebens zu Gesten der Stärke werden.

Auch ihre Ausbildung zur Geburtsbegleiterin (Doula) und ihre Begegnung mit der Sterbebegleitung im Hospiz Neumünster prägen diese Arbeit; sie verknüpfen Ton, Geburt und Tod als Prozesse der Transformation, der Verletzlichkeit und des Entstehens.

https://www.instagram.com/juliaschuster_art

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Sarban Chowdhury: Arbeitsprozess

Sarban Chowdhury (Indien) ist Künstler, Denker und visueller Suchender. In seiner Arbeit setzt er sich mit persönlichen und kollektiven Erfahrungen auseinander und entwickelt daraus ein unmittelbares Verständnis unserer Gegenwart.

„Someone’s Therapist Knows All About You“ erforscht die Spuren eines emotionalen Zustands. Erinnerungen, unausgesprochene Gefühle, Verletzlichkeiten und intime Geständnisse werden in einer vielschichtigen Bildwelt freigelegt, in der sich vorgefundene und erfundene Bedeutungen überlagern. Die Arbeit bewegt sich zwischen Begehren, Projektion, Abhängigkeit, Desillusionierung, Vorstellungskraft und Selbsterkenntnis. Als fragmentiertes visuelles Tagebuch verbindet sie Texte und bildhafte Metaphern und untersucht die emotionalen Rückstände, die Beziehungen und ihre Nachwirkungen hinterlassen. Zugleich kommentiert sie auf satirische Weise gesellschaftliche Zustände und die Einflüsse, die unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit prägen.

Chowdhury erzeugt ein Gefühl von Unheimlichkeit und Irritation und lädt dazu ein, genauer hinzusehen: Was sehen wir – und was zieht uns daran an? Die Arbeiten zeigen Momente, in denen Illusionen zusammenbrechen und Einsicht entsteht – manchmal schmerzhaft, manchmal absurd, manchmal befreiend. Gemeinsam stellen sie die romantische Idealisierung von Liebe infrage und zeigen sie als widersprüchlichen Erfahrungsraum: nährend und zerstörerisch, transformativ und verwirrend, zutiefst persönlich und zugleich von größeren emotionalen und gesellschaftlichen Strukturen geprägt.

https://www.instagram.com/sarban_ceramic